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Die Liga Freier Welten : Haus Marik


Die Liga Freier Welten entstand aus einem losen Bündnis dreier Nationen, jede mit einer unterschiedlichen Ethik, kulturellem Erbe und politischer Zusammensetzung. Das Marik-Commonwealth entstand durch Eroberung, die Orienteföderation durch Diplomatie und die Prinzipalität Regulus durch die Verbindungen zwischen ihren Handelsprinzen. Die heikle Balance zwischen diesen drei Gründungsstaaten formte fortwährend die Politik und den Charakter der Liga Freier Welten, wodurch eine Nation entstand, die durch ihre Vielfältigkeit unübertroffen vital ist, aber gleichzeitig auch eine ständige Bedrohung des Zerfalls darstellt.

Die Geburt des Marik-Commonwealth war im Jahre 2238, als der Senator Charles Marik von der Terranischen Allianz seine Heimatwelt von der verbittert polarisierten Regierung der Allianz lossagte. Der Planet Marik, der seit der Mitte des 22. Jahrhunderts von Minengesellschaften besiedelt und entwickelt wurde, gehörte einer reichen Familie osteuropäischen Ursprungs, von der der Planet auch seinen Namen hat. Als Charles Marik diesen Planeten in die Republik Marik umbenannte, hatte sich aus der Minenkolonie bereits ein sprudelndes Zentrum für Produktion und Handel entwickelt. Unabhängigkeit war eine berauschende Aussicht, aber auch gleichzeitig eine beängstigende. Der Wechsel der Politik der Allianz in Richtung Isolationismus drohte die Märkte von Terra und anderen Kolonien für Erze, Mineralien und Produkte von Marik zu unterbrechen. Die Handelsbeziehungen könnten neu ausgehandelt werden, allerdings nur durch die Hand einer starken zentralen Regierung. Die Bewohner von Marik wandten sich hilfesuchend an diejenigen, an die sie sich schon immer gewandt haben - die Familie Marik, deren großes Glück und talentierte Menschenführung sie trotz anderthalb Jahrhunderte des gesellschaftlichen Wandels trotzdem in einer prominenten Position gehalten haben.

Charles Marik wurde daher schon fast aus Prinzip der Anführer der neuen Republik, eine Position aus der er schnell Kapital schlug. Innerhalb der ersten fünf Jahre der Unabhängigkeit sicherte er das Überleben einer starken zentralen Regierung und überzeugte drei benachbarte Welten, sich mit der jungen Republik für einen gegenseitigen Verteidigungspakt zu verbünden. Als symbolische Anerkennung seiner neuen Verbündeten benannte Charles Marik die vier Welten umfassende Allianz in das Marik-Commonwealth an. Danach stärkte er die Marik-Wirtschaft, indem er die jetzt schon beachtliche Produktion mehr in Richtung Militär ausrichtete. Zu einer Zeit wo viele ehemalige Kolonien sich selbst zerstörten oder um das nackte Überleben kämpften, formte die Republik von Marik eine Armee - nicht nur zur Verteidigung, sondern auch für Eroberungen. Zwischen 2249 und 2271 übernahmen Charles Marik und seine beiden Söhne die Kontrolle über 20 Welten, so dass sich ihr Territorium 60 Lichtjahre vom Rand des Gebiets der Terranischen Allianz erstreckte. Durch diesen militärischen Scharfsinn, der diese Erfolge überhaupt erst möglich gemacht hatte, sollte die Familie Marik eine zunehmend dominante Rolle in dem spielen, was später einmal die Liga Freier Welten werden sollte.

Wie beim Marik Commonwealth stand am Anfang der Unabhängigkeit der Orienteföderation auch ein ehemaliger Senator der Terranischen Allianz. Im Jahr 2241 holte der berühmte Staatsmann Thomàs Allison seine Heimatwelt aus der schwindenden Umklammerung der Terranischen Allianz und begann, diplomatische Beziehungen mit benachbarten Reichen zu knüpfen. Während der nächsten dreißig Jahren erweiterte Oriente sein Netz von Allianzen auf insgesamt zwanzig Planeten. Die ursprünglichen Siedler von Oriente waren eine bunte Mischung verschiedener Nationalitäten, die durch die gemeinsame Widmung zum Fortschritt in Politik, Wissenschaft und Kunst vereint wurden. Schon seit dem ersten Jahr der Unabhängigkeit hatte sich Oriente zu einer Bastion des wissenschaftlichen und künstlerischen Fortschritts entwickelt. Hoch gebildet und Weltoffenheit in Aussicht waren die Bewohner von Oriente – Planet und Föderation – dazu entschlossen, ihre Freiheit zu bewahren und der aufkommenden interstellaren Gesellschaft ihre Note zu geben.

Die Prinzipalität Regulus wuchs durch die Handelskontakte mit einigen randwärtigen terranischen Kolonien, im Zentrum das fünf Planeten umfassende Mini-Imperium der Familie Semlaj. Die ursprünglich aus Indien stammende Familie war unter den ersten Kolonisten dieser randwärtigen Welten und beherrschte schon bald beinahe alle Art von Geschäften. Als dann die Terranische Allianz Mitte des 23. Jahrhundert ihren langen und schmerzhaften Kollaps vollzog, verloren die Köpfe des Selaj-Handelskonglomerats keine Zeit, um ihre Herrschaft ihre Klienten auszudehnen. Nervös aufgrund des Zerfalls ihrer Terranischen Lebenslinie und bekümmert bezüglich ihres eigenen Überlebens, schlossen sich ein Dutzend Planeten aus ihrem Handelsnetzes bereitwillig einer politische Union an, die regen Handeln mit den Waren ermöglichte, die die Selaj liefern konnten, und gleichzeitig Schutz durch die bewaffneten Handelsschiffe der Selaj bot. Bis 2270 wuchs so das Imperium der Selaj von fünf auf 17 Welten.

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Geburt der Liga

Die Liga Freier Welten war das gedankliche Kind von Thomàs Allison, Anführer der Orienteföderation. Als sich die 2260er näherten, war Oriente eines der der emporkommenden, mehrere Welten umspannenden Reiche, die diesen Gebiet des Weltalls dominierten. Die anderen beiden waren die Prinzipalität Regulus und das Marik-Commonwealth. Alle der Reiche hatten in den vergangenen Jahren stets ihre Grenzen zu erweitert, weswegen diese sich natürlich immer näher kamen. Als Geschichtsgelehrter und weitsichtiger Mann sah er voraus, dass die Orienteföderation früher oder später mit einem ihrer Nachbarn in Streit über die Grenzen geraten würde. Die einzigste Hoffnung, um einen potentiell ruinösen Krieg zu vermeiden war es, zuvor eine Allianz zu schmieden, die allen Beteiligten Vorteile bot.

Andere Abwägungen spielten in dieser Entscheidung von Allison natürlich auch eine Rolle. Die Terranische Allianz schwächelte schon seit sieben Jahrzehnten, nach ihrer Aufrüttelung von 2237, vor sicher her, allerdings war ihr politischer Wiederaufstieg nur eine Frage der Zeit. In den 2260ern wurde Allison klar, dass die Regierung der Allianz im Sterben lag. Er war überzeugt davon, dass die nächste Regierung ein Militärregime werden würde, da die Globale Allianzmiliz eine der wenigen Terranischen Institutionen war, die nicht durch dunkle Machenschaften ins Zwielicht geraten war. Jede neue Terranische Regierung müsste ihre Macht festigen – und gäbe es einen besseren Weg, als die ehemaligen Kolonien wieder einzugliedern? Gegen die große und gut ausgerüstete GAM hätte sicherlich keines der kleineren Reiche eine ernste militärische Chance. Allianzen schienen als der beste Weg zum Überleben.

Das Marik-Commonwealth mit seinem ansehnlichen Besitztümern und dem großen Militär erschien als einer der vielversprechensten Verbündeten. Die Prinzipalität Regulus bot jedoch auch verschiedene Vorteile, unter anderem die robuste wirtschaft und die große, bewaffnete Handelsflotte. Die Mischung aus der militärischen Stärke der Marik’s, der wirtschaftlichen Stärke von Regulus und den diplomatischen Fähigkeiten der Orienteföderation sollte eine unschlagbare Macht an allen drei Fronten darstellen. Im Jahre 2296 versandte Allison seine vertrauenswürdigsten Boten an die Anführer seiner Nachbarstaaten mit einem Ersuch zu Bildung einer Allianz.

Sir George Humphrey von New Delos war der stolze Verfechter der weit zurückreichenden Traditionen seiner Familie und ihrer öffentlichen Dienste. Seine lebenslange Erfahrung in Politik und seine natürliche Redegewandtheit gaben ihm unübertroffene Fertigkeiten auf dem Gebiet der Geschäftsabschlüsse. Als Thomàs Allison sich ihm mit dem Vorschlag für die jungen Liga Freier Welten näherte, willigte Humphrey freudig ein, ihm dabei zu helfen. Nach fünf Jahren Verhandlungen brachte er Detlev Marik und Raju Selaj endlich mit Thomàs Allison zu einem entscheidenden Gipfeltreffen im Jahre 2271 auf Oriente zusammen. Während der folgenden vier Monate stampften die drei Anführer den Vertrag von Marik aus dem Boden und gründeten die Liga Freier Welten. Dieser Vertrag sicherte den Gründungsstaaten innere Autonomie zu, sicherte den Anführern eine prominente Rolle in der ligaweiten Regierung und regelte die Ernennung eines obersten militärischen Führers – dem Generalhauptmann – in Krisenzeiten. Um Allison’s Vorstellung von einem profitablen und verteidigungsbereiten Unternehmen zu unterstützen, wurde die macht mehr nach wirtschaftlicher Stärke als Bevölkerung verteilt.

Der Vertrag von Marik wurde niedergeschrieben, beraten, umgeschrieben, berichtigt, beinahe weggeworfen und wieder in Englisch umgeschrieben, die einzigste Sprache, die alle drei Staatsoberhäupter sprachen. Diese Rangeleien, aber auch die Wahl der Sprache sollten die Gründe für die meisten Streitigkeiten innerhalb der Liga Freier Welten der folgenden Jahrhunderte werden. Diese drei Gründungsstaaten stellten schon damals eine undurchsichtige Mischung aus den verschiedensten Sprachen und Kulturen dar: Inder, Pakistani, Rumänen, Ungarn, Slowaken, Mongolen, Usbeken, Kasachen, Spanier, Italiener, Basken und Engländer – nur um einige zu nennen. Viele von ihnen sprachen ihre eigenen Dialekte und hatten oft wenig Verständnis für ihre Nachbar – sowohl sprachlich, als auch sonst. Zusätzlich unterschieden sich die drei Gründungsstaaten grundlegend in ihrer politischen Struktur: das Marik-Commonwealth war militärisch orientiert und hatte eine starke, wenn auch nicht absolute, Regierung; die Prinzipalität Regulus war hingegen eine Oligarchie, die von wenigen wohlhabenden Familien angeführt wurde und die Orienteföderation war eine parlamentarische Demokratie, sie stark der britischen Regierung des späten 20. Jahrhunderts ähnelte. All diese Unterschiede waren sowohl Motor als auch manchmal Bremse der jungen Liga, da das Parlament der Liga nicht selten in zähen Diskussionen darüber steckte, wo nun die Linie zwischen föderalistischer und provinzieller Autonomie zu ziehen sei. Das Bedürfnis, allein gelassen zu werden (eine soziale Macht in beinahe jeder ehemaligen Terranischen Kolonie), stieß in der Liga Freier Welten auf zusätzliche Resonanz, da die meisten Regionen der Liga eifersüchtig ihre Traditionen und Vorrechte gegen Außenseiter verteidigen, die sie nicht verstehen.

Mehr als einmal in der Geschichte der Liga führten derartige kulturelle und politische Spannungen zu Bedrohungen wie dem Ruf nach Unabhängigkeit oder gar dem drohenden Zusammenbruch. Die Liga hat es geschafft, durch die geschickte Balance dieser Kräfte zu überleben – einer Balance die aus dem Wissen entstand, dass es dem einzelnen nicht einmal halb so gut gehen würde wie es zusammen möglich ist

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Aufschwünge und Pleiten

Während des nächsten Jahrhunderts sah sich die Liga einem schillerndem Wachstum in Größe und Wohlstand gegenüber. Zwischen den 2270ern und den 2290ern traten mehrere unabhängige Welten und kleinere Föderationen der Liga bei, um so den Schutz der Liga vor Piraten und kriegerischen Nachbarn zu genießen. Die Regierung der Liga begünstigte Piraten bei einigen Gelegenheiten, stellte sogar Kaperbriefe an freie Händler aus, um so zögernde Nachbarn doch noch zu überzeugen. Diese Ära der relativ friedlichen Ausdehnung kam 2293 zu einem abrupten Ende, als sich die sechs Welten umfassende Kommunalität Stewart weigerte, der Liga beizutreten. Die Kommunalität lag direkt an der Grenze zum Marik-Commonwealth und keiner iher Anführer sah es gerne, dass sich direkt vor ihrer Haustür eine Militärdiktatur ausbreitete. Auf das Geheiß von Repräsentanten des Commonwealth im Parlament wurde der Kommunalität nach der Zurückweisung der Krieg erklärt.

Durch die militärischen Geschenke des Marik-Clans beeindruckt, wählte das Parlament Juliano Marik zum ersten Generalhauptmann der Liga. Er führte daraufhin eine Flotte in das Stweart-System und machte mit den Verteidigern kurzen Prozess. Innerhalb von wenigen Wochen wehte das Banner der Liga über allen sechs Welten. Knapp zwanzig Jahre später wurde Juliano Marik wieder zum Generalhauptmann gewählt, als eine Formation der Terranischen Hegemonie die Liga in Panik versetzte. Marik schätzte die Hegemonie korrekterweise als zu stark ein, um sich ihnen entgegen zu stellen; selbst wenn die Truppen der Liga gewonnen hätten, wäre es bestenfalls ein Pyrrhussieg. Während nervöse Minister des Parlaments laut nach Krieg riefen, schickte der Generalhauptmann James Humphreys zu geheimen Verhandlungen mit den Anführer der Hegemonie, James McKenna. McKenna hatte mehr als genügend Ziele wohin er die Bewaffneten Hegemoniestreitkräfte hätte schicken können; Marik wollte sicherstellen, dass sich keine Welten der Liga unter den Zielen befinden würden. Nachdem er die Versicherung erhalten hatte, dass keine Streitkräfte der Hegemonie in den Raum der Liga eindringen würden, unterzeichnete Humphreys den Vertrag von Terra. Auf das Gelöbnis von McKenna hin, die Streitkräfte in Richtung der Dieron-Föderation zu verlagern, bekamen die Handelsschiffe der Hegemonie im Gegenzug Handelsrechte in der Liga.

Als diese drohende Invasion abgewendet war, blühte die Liga erneut auf. Der Aufschwung Mitte des 24. Jahrhunderts trieb die Wirtschaft der Liga steil nach oben; Vermögen entstanden über nacht und wurden anschließend wieder vernichtet, gelegentlich wechselten sogar ganze Planeten den Besitzer. Der durchschnittliche Bürger bekam einen hohen Lohn, hatte mehr Güter zur Verfügung und hatte größere finanziellen Spielraum als jemals in der Geschichte der Liga zuvor. Erfolgreiche militärische Bemühungen verbesserten die generelle Atmosphäre zusätzlich. Zwischen 2366 und 2369 eroberte die Liga die wasserreichen Welten Andurien, Berenson, Zion, Shiro und Hassad von der Konföderation Capella. Obwohl diese Welten während des folgenden Jahrzehnts mehrfach den Besitzer wechselten, konnte die Liga diese Welten in den 2390ern endgültig zurückerobern – dachten zumindest beiden Seiten.

Zum Unglück für die Liga hatte Kanzler Kurnath Liao jedoch andere Ideen. Als er 2395 den Thron bestieg sah er es als seine Bestimmung an, die Andurischen Welten um jeden Preis zurückzuerobern. Er begann 2398 einen massiven Angriff, dem ersten Schlag in einer ganzen Reihe von Konflikten, die später als das Zeitalter der Kriege in die Geschichte eingehen sollte. Von 2398 bis zur Gründung des Sternenbundes in der Mitte des 26. Jahrhunderts befanden sich die Liga und die restlichen Mächte der Inneren Sphäre in einem Krieg nach dem nächsten, die Narben auf vielen Planeten hinterließen und Wirtschaften belasteten ohne auch nur einem der Kontrahenten einen soliden Gewinn zu bringen. Die Wirtschaft der Liga, wie vieles anderes, war eines der Opfer dieser Kämpfe. Nach einem anfänglichen Schub ließ die konstante Kriegsführung den Staatsschatz der Liga stetig schwinden, bis die blühenden Zeiten nur noch ferne Erinnerungen waren.

Der Andurien-Konflikt formte die Liga auch in einem anderen Gebiet, indem es die Familie Marik einen Schritt näher in Richtung der politischen Dominanz der Liga brachte. Generalhauptmann Peter Marik, ernannt 2396 um den brodelnden Ersten Andurischen Krieg zu bekämpfen, gewann die Welten für die Liga nach sechs Jahren voller blutiger Kämpfe. Zwischen 2404 und 2413 benutzte er weitere Militärische Erfolge gegen die Konföderation Capella und einem neuen Feind, dem Lyranischen Commonwealth, um seinen Status als Held weiter auszubauen – sehr zum Missfallen des Parlaments, deren Mitglieder über die Weisheit gespalten waren, einem nicht gewählten Offizier soviel Macht abzugeben. Im Jahr 2416 schlugen die Lyraner zurück, indem sie versuchten, die Welt Dieudonne zu erobern. Obwohl das Militär der Liga die Angreifer fortjagte, forderte der Militärausschuss des Parlaments den Generalhauptmanns dazu auf, den Lyranern einen Waffenstillstand anzubieten. Peter Marik wies den Befehl zurück und besetzte einige Lyranische Welten bis zum endgültigen Ende dieser Kampagne im Jahre 2418. Das wütende Parlament der Liga schlug mit dem Kriegsgewalt-Akt zurück, der die Autorität des Generalhauptmanns wesentlich einschränkte.

Zwei Jahre später wurde der Krieg mit den Lyranern fortgesetzt. Zur Bestürzung des Parlaments war Peter Marik nicht bereit, unter den Auflagen des Kriegsgewalt-Aktes das Amt des Generalhauptmanns auszuüben. Das Amt des Generalhauptmanns ging daher an Joseph Stewart über, einem kompetenten aber ideenlosen Offizier mit wenig Erfahrung in interstellarer Kriegsführung. Die Liga verlor zwei Planeten aufgrund von Lyranischen Angriffen, bis Angriffe des Draconis Kombinats die Lyraner zwangen, dort ihre Aufmerksamkeit zu konzentrieren. Die Feindseligkeiten flammten 2427 erneut auf und kosteten der Liga drei weitere Planeten. Peter Marik war fünf Jahre zuvor einem Attentat zum Opfer gefallen und Generalhauptmann Joseph Stewart erwies sich als katastrophaler militärischer Anführer. Verzweifelt im Angesicht der Verluste bat das Parlament der Liga Peter's Sohn Terrence darum, Generalhauptmann der Liga zu werden. Auf Terrence's Aufforderung hin hoben die Mitglieder des Parlaments den Kriegsgewalt-Akt auf. Als seine Macht nicht länger durch das Parlament eingeschränkt war, bekämpfte er die Lyraner bis zu einem Stillstand, welcher 14 Jahre anhielt. Er konnte sie allerdings nicht von der Eroberung von Bolan und Kamenz abhalten. Desillusioniert durch diese Fehlschläge, resignierte er und übergab das Amt an seinen Bruder Peter im Jahre 2441. Der zweite Peter eroberte diese beiden Planeten zurück und eroberte zwei weitere lyranische Welten, bis er seine Offensive 2446 stoppte. Die Erfolge von Terrence und Peter Marik II zeigten nur um so deutlicher das Versagen von Joseph Stewart auf, der von Gerüchten beschuldigt wurde, die Liga an den Rand der vollständigen Niederlage gebacht zu haben. In Wahrheit hatte er die Liga mit relativ geringem Schaden verteidigt – allerdings ist der Verlust von fünf Systemen für ein Reich, welches ausschließlich Siege gewohnt war, eine ziemlich bittere Pille. Er Erfolg der beiden Marik-Brüder stärkte die öffentliche Meinung weiter, dass der Name Marik für militärischen Erfolg stehen würde. Obwohl das Amt des Generalhauptmanns bis zum Beitritt zum Sternenbund 2556 kein reines Amt für Mariks werden sollte, gehörte dieses Amt unoffiziell seit den 2430ern fest zu den Mariks. Die zunehmende Bedeutung von militärischen Eroberungen für die Wirtschaft der Liga stärkte die Macht der Mariks zunehmend. Über die nächsten Jahre sollte sich aufgrund der politischen Prominenz und des militärischen Spürsinns der Mariks der Fokus der Liga vom Handel hin zu militärischen Aktionen verschieben.

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Haus Marik und die Nachfolgekriege

Albert Marik, Held des Zweiten und Dritten Andurien-Krieges, brachte die Liga 2556 in den Sternenbund. Einige Jahre später, im Jahr 2575, starte der junge Sternenbund einen massiven Angriff auf die Peripherie mit dem Ziel, die Menschheit um jeden Preis unter dem Banner des Sternenbundes zu vereinen. Albert Marik's Tochter Marion diente der Liga während des Vereinigungskrieges als geschickter Generalhauptmann, indem sie das Magistrat Canopus in einer langen und heftig umkämpften Kampagne erobert hatte. Die Eroberung des Magistrats Canopus war der letzte große äußere Konflikt der Liga Freier Welten bis zum Fall des Sternenbundes.

Für mehr als anderthalb Jahrhunderte hatten Marions Nachfolger mit gelegentlich verbitterten inneren Konflikten zu kämpfen. Abgesehen von einer kurzen Rezession am Anfang der 2620er und einem hässlichen Bürgerkrieg in der ersten Hälfte des 28. Jahrhunderts, blühte die Liga Freier Welten während des ersten Sternenbundes generell auf. Die größten Herausforderungen für die Liga Freier Welten begannen in den beiden letzten Jahrzehnten des 28. Jahrhunderts, als die Konflikte, die dem Zerfall des Sternenbundes folgten, die wirtschaftliche Basis der Liga zerschmetterten. Die Liga Freier Welten schaffte es zwar größere Gebietsverluste zu vermeiden, jedoch hielten viele interne Konflikte das Militär der Liga davon ab, ihre Feinde ernsthaft zu schwächen. Bei mehr als nur einer Gelegenheit erlaubten die Risse innerhalb feindlichen Nationen, tiefe Schneisen in die Liga zu schneiden. Es kostete der Liga unglaubliche Mengen an Geld und Blut um diese Gebiete zurückzuerobern, die Hypotheken an der Zukunft ähnelten.

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Erster Nachfolgekrieg: Oriente-Rebellen

Der Frieden des Sternenbundes hatte schon viele Jahre vor seinem eigentlich Ende begonnen, sich aufzulösen nachdem der frühzeitige Tod des Ersten Lords Simon Cameron politische Machtspiele provozierte und es den großen Häusern ermöglicht wurde, ihre Armeen wesentlich zu vergrößern. Die Abreise eines Großteils der verbliebenen Truppen der Sternenbundverteidigungsstreitkräfte in unbekannte Regionen der Peripherie löste auch den allerletzten Hemmschuh von den Plänen der Hauslords. Kenyon Marik war fest entschlossen, die Liga in den kommenden Schlachten zum Sieg zu führen und überzeugte ein beunruhigtes Parlament davon, eine für die Zukunft entscheidende Resolution zu verabschieden. In der Resolution 288 wurde dem Generalhauptmann „für die Dauer der Krise“ weitreichende Machbefugnisse eingeräumt. Da allerdings der Generalhauptmann entschied, wann solch eine Krise vor bei war, gab Resolution 288 dem Inhaber uneingeschränkte Kontrolle über das Milität der Liga Freier Welten.

Anfangs unterstützten die meisten Mitgliedsstaaten diese Gesetzgebung. Der Erfolg von Kenyon Marik, der einige Welten der Terranischen Hegemonie sowie einige Nachschubdepots des Sternenbundes erobert hatte, schien anfangs die Weiseheit dieser Entscheidung, so viel Macht einem Mitglied des Militärs zu geben, auch zu bestätigen. Bis 2787 hatte die Liga soviel von der ehemaligen Hegemonie erobert wie es nur konnte, weswegen Kenyon Marik daraufhin sich ein neues Ziel suchte: die Konföderation Capella. Die erste Welle brachte der Liga Freier Welten zwei Planeten und nur geringe Verluste gegen die verstreuten capellanischen Verteidiger. Daraufhin griff die Konföderation Capella New Delos an, wobei sie die Ares-Konventionen vollkommen über Bord warfen: über 20.000 Zivilisten der Liga starben. Ein weiterer Rückschlag kam 2793, als eine unerwartete Stärke der capellanischen die Invasion der Liga jäh bei der capellanischen Welt Anegaski beendete. Nach dieser Bruchlandung in der Konföderation Capella nahm sich Kenyon Marik schnell seinem anderen Nachbar, dem Lyranischen Commonwealth, an. Der Versuch, Hesperus II zu erobern, einer Welt mit riesigen Mechfabriken, endete ein einer herben Niederlage, die der Raumflotte der Liga einige ihrer besten Schlachtkreuzer kostete. Als der Erste Nachfolgekrieg seinen Lauf nahm und kein Ende in Sicht war, nahmen die Fehlschläge zu, die letztendlich sogar die anfänglichen Erfolge überschatteten. Mehr als ein Mitglied des Parlaments begann die Resolution 288 zu beunruhigen, und der generelle regionale Widerstand gegen die Autorität des Generalhauptmanns wuchs stetig.

Kenyon Marik's Sohn Thaddeus trat die Nachfolge 2804 an, und die „Krise“ des Ersten Nachfolgekrieges war noch immer nicht vorbei. Nach 41 Jahren unter der Resolution 288, in denen die Liga Freier Welten weder der Dominanz noch dem Frieden näher gekommen war, begannen die politischen Anführer damit, die Autorität von Haus Marik zu untergraben. Thaddeus gab ihnen allerdings keine Chance, die Resolution wieder zurückzunehmen. Als er von dem Tod seines Vaters erfuhr, kehrte er mit einem 'Mech-Bataillon in seinem Rücken nach Atreus zurück und stellte seine Truppen rings um das Parlamentsgebäude. Einige Parlamentsmitglieder überdachten angesichts dieser Lage noch einmal ihre Opposition bezüglich der erneuten Bestätigung von Resolution 288. Daher begann auch Thaddeus seine Amtszeit mit der selben Macht, die auch seinen Vorgängern zur Verfügung stand. Als Herzog Carter Allison von Oriente die Erneuerung dieses Status' herausforderte, zog Thaddeus alle Militäreinheiten aus dem Herzogtum ab. Der Konföderation Capella schmerzte es immer noch nach den kürzlichen Verlusten gegen die Liga, wollte dich diese Chance nicht entgehen lassen und griff das Herzogtum an. Erst kurz vor der Eroberung von Oriente selbst wechselte Allison seine Meinung – nach dieser Kapitulation des Herzogs verlegte Thaddeus wieder Militäreinheiten in das Herzogtum, die die Capellaner rasch zurück schlugen.

Die Schwierigkeiten des Herzogtums waren allerdings noch lange nicht vorüber. Der nächste Generalhauptmann sollte das Herzogtum und den Rest der Liga Freier Welten in eine Krise stürzen, die die Existenz der gesamten Nation bedrohte.

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Der ComStar-Krieg

Das Jahr 2821 sah eine Flaute der Kampfhandlungen in der gesamten Inneren Sphäre, da die größten Kriegstreiber der Nachfolgekriege versuchten, ihre zerschlissenen Armeen

neu zu gruppieren und wieder aufzubauen. Da ihre Industrielle Basis verwüstet und viele Welten in Schutt und Asche lagen, war es für die so genannten Nachfolgestaaten nicht mehr möglich, die Kämpfe aufrecht zu halten. Beinahe ein Jahrzehnt währte diese Kampfmüdigkeit in der Liga. Generalhauptmann Charles Marik nutzte diese Zeit, um die geschundenen militärischen Ressourcen wieder aufzubauen da er überzeugt davon war, dass der nächste Krieg schon bald kommen würde. Diese Vorahnung sollte sich als korrekt herausstellen, sollte der Liga aber auch eine teure Lehrstunde für ihre Torheiten in der extrem bevorzugten Finanzierung des Militärs dienen.

Während der 2820er kämpften Parlamentsmitglieder von Oriente und des Siranischen Konkordats für einen verstärkten Aufbau ihrer vom Krieg gezeichneten Heimat. Charles weigerte sich jedoch, und steckte alle verfügbaren Ressourcen in den Aufbau des Militärs. 2825 erließ Charles sogar einen Befehl der es dem Generalhauptmann ermöglichte, Gebühren auf das Treiben von Schmugglern einzuziehen. Der Herzog von Oriente, der noch immer an die schmerzvolle Erinnerung an die Taten seines Vorgängers dachte, tat sein möglichstes um die Parlamentsmitglieder von Oriente ruhig und loyal zu halten. Die Siranischen Abgesandten waren erheblich launischer, und nach einiger Zeit wurden sie zur Speerspitze der Opposition. Die Prinzipalität Regulus, deren Anführer schon lange neidisch auf die Kontrolle der Marik's über das Militär waren, nutzten die Situation zu ihrem Vorteil und bauten eine anti-Marik Bewegung unter den Abweichlern des Parlaments auf.

Die Gelegenheit für die Regulaner kam 2837 in der Mitte des Zweiten Nachfolgekrieges. Die Liga Freier Welten hatte diesen Konflikt 2830 begonnen, nachdem der Generalhauptmann von einer ComStar-Adeptin Janette Marik erfahren hatte, dass die Lyraner einen Angriff planten. Charles antwortete mit einem Präventivschlag, der die Lyraner mit herunter gelassenen Hosen erwischte. In den folgenden sechs Jahren gewannen die Truppen der Liga einige eindrucksvolle Erfolge gegen das Lyranische Commonwealth und die Konföderation Capella. Seit 2836 hatte die Liga allerdings auch einige Rückschläge hinzunehmen. Charles verdächtigte ComStar, Informationen über Truppenbewegungen an den Feind zu liefern. Im Jahr 2837 meinte er, unwiderlegbare Beweise dafür zu haben – und ließ in seiner Wut die HPG-Station von Oriente zerstören. ComStar ließ sich das nicht bieten und verhängte über die gesamte Liga freier Welten einen Interdikt.

Da er dadurch keine Möglichkeit hatte, seine Truppen n vielen Lichtjahren Entfernung zu koordinieren, brachen die Offensiven der Liga schon bald zusammen und ließ die Einheiten führerlos werden. Die raqsch steigenden Verluste der Liga führten zu einem wahren Feuersturm der Kritik im Parlament, den die Anführer von Regulus schnell für ihre Zwecke nutzten. Hector Lombard, Finanzminister und Gebürtiger Regulaner, überzeugte 2838 das Parlament davon, die zunehmend dringender werdenden Anfragen von Charles Marik für Verstärkung, Nachschub und Finanzmittel zu verneinen. Beraubt von zusätzlichen Truppen und kritischen Ersatzteilen, verloren die Truppen der Liga die entscheidenden Schlachten um Shiloh und Van Diemen IV. Insbesondere bei letzterem musste das Militär der Liga ein teures Lehrgeld bezahlen. Hätten sich die anderen vier Nachfolgestaaten nicht über ihre Kriegsbeute von der Liga Freier Welten gestritten und sich gegenseitig bekämpft, wäre von der Liga sicherlich nicht viel übrig geblieben.

Sogar als Charles 2838 vor ComStar kapitulierte, verweigerte das Parlament ihm auch weiterhin die dringend benötigten Gelder. Hector Lombard machte öffentlich die „Allüren der Mariks“ für die Katastrophen des ComStar-Krieges verantwortlich und begann, sich für die Abschaffung der Resolution 288 einzusetzen. Bis 2843 sorgte jedoch die Wucht des Krieges dafür, dass sich die politischen Wogen wieder zu Charles' Gunsten glätteten. Die Verluste von Danais in diesem Jahr und Asuncion ein Jahr zuvor brachte die feindlichen Truppen des Lyranischen Commonwealth und der Konföderation Capella einen Schritt näher an den Planeten Irian, Standort der wichtigsten BattleMech-Fabrik der Liga. Den Verlust, wahrscheinlich aber auch schon nur eine ernste Beschädigung dieser äußerst wichtigen Anlage hätte dem schon jetzt bröckelnden Militär der Liga sicherlich alles andere als gut getan. Mit der drohenden Vernichtung der Liga im direkten Angesicht, verstummten schnell die Stimmen der Opposition in den Reihen der Parlamentarier. Als 2842 Lyranische Truppen auf Irian landeten, beschloss das Parlament mit großer Mehrheit die vollständige Wiederherstellung der Finanzierung des Militärs. Während der nächsten drei Jahre eroberte Charles viele der zuvor verlorenen Welten zurück, aber zu einem hohen Preis. Einige Planeten verblieben in Feindeshand, und die Krieg hatte die Wirtschaft der Liga zu einem Schatten ihrer selbst gemacht.

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Heimatverteidigung: der Aufschwung der regionalen Macht

Die kurze Amtszeit von Marie Marik, die im Jahre 2873 Generalhauptmann wurde, bildete das Gerüst für die immer weiter zunehmende Zersplitterung innerhalb regionaler Gebiete. So selbstherrlich wie schon ihr Großvater Charles entfremdete sie die Herzogtümer Andurien und Orloff zunehmend, indem sie Militäreinheiten aus diesen Gebieten befahl, in den späten 2870ern eroberte lyransiche Welten zu verteidigen. Trotz Marie's besten Bemühungen schafften es die Lyraner, nach heftigen Gefechten diese Welten wieder zurückzuerobern – natürlich erlitten die Einheiten von Orloff und Andurien dabei schwerste Verluste. Diese Verluste entfachten erneut den Widerstand unter vielen regionalen Anführern gegen den Generalhauptmann, da sie nichts weiter wollten als ihre eigenen Gebiete zu verteidigen.

Zehn Jahre später ermöglichte es der Aufstieg von Elisabeth Marik in das Amt des Generalhauptmanns den regionalen Anführern, ihre lang ersehnte Macht über ihre regionalen Militäreinheiten deutlich zu machen. Sie war seit ihrem achtzehnten Lebensjahr ein ComStar-Acolyte und hatte daher nur geringe Erfahrung in der Kriegsführung, war allerdings geschickt in politischen Verhandlungen. Die frühen Jahre ihrer Amtszeit verbrachte sie damit, bessere Beziehungen zum Parlament aufzubauen, da sie überzeugt war, dass sich die Liga Freier Welten eine Spaltung der beiden wichtigsten Institutionen nicht leisten konnte. Anfangs zahlten sich ihre Bemühungen auch aus. Von den 2880ern bis zu den frühen Jahren des 30. Jahrhunderts genoss Elisabeth eine größere Popularität als beinahe jeder andere Generalhauptmann zuvor. Die guten Beziehungen zum Parlament ermöglichten es Elisabeth, einige riskante Operationen gegen die Konföderation Capella und das Lyranische Commonwealth zu unternehmen und sie umso erfolgreicher durchzuführen. Zwischen 2901 und 2910 unternahmen Militäreinheiten der Liga Freier Welten - darunter Einheiten aus Andurien, Orloff und dem Grenzprotektorat – einige wirklich beeindruckende Angriffe in die Tiefen der Konföderation Capella. Diese Überfälle brachten zwar keine Planeten, hielten die capellanischen Truppen aber weitgehend davon ab, eigene Angriffe gegen Planeten der Liga durchzuführen. Die Anführer der drei Provinzen unterstützten diese Operationen, machten sich zusammen mit einigen Parlamentsmitgliedern jedoch auch zunehmend Sogen darüber, dass die Abwesenheit dieser großen Truppenkontingente ihre Gebiete verwundbar machte. Diese besorgten Abgeordneten erschufen das Heimatverteidigungsgesetz, ein vage verfasstes Schriftstück mit potentiell explosivem Inhalt. Dieses Gesetz gab jeder Provinz, bei der das Parlament feststellte, dass sie sich „in unmittelbarer Gefahr eines Angriffs“ befindet, das Recht, bis zu 75% seiner eigenen Truppen als Garnisonstruppen zurückzuhalten.

Elisabeth Marik's eigene harmonische Beziehungen mit dem Parlament blendeten sie allerdings, so dass sie die möglichen Konsequenzen, die sich aus diesem Gesetzt ergeben konnten, nicht bemerkte. Tatsächlich setzte sie sich dafür sogar ein, da sie es nur für ein kleines Zugeständniss betrachtete. Später wurde dieses Heimatverteidigungsgesetz von allen Generalhauptmännern jedoch verflucht, da es sich als ein nahezu lähmendes Hindernis für ihre Autorität darstellte. In den folgenden Jahrzehnten benutzten regionale Anführer dieses Gesetzt oftmals dafür, um Generalhauptmänner zu behindern, mit deren Politik sie nicht übereinstimmten. Diese Balkanisierung des Militärs der Liga verhinderte größere militärische Erfolge während des nächsten Jahrhunderts, und machte sie zugleich oftmals verwundbar für ihre Feinde. Die schlimmsten Verluste ereigneten sich während der Amtszeit von Stephan Marik, in der die Welt Callison einem lyranischen Angriff zum Opfer fiel und die Konföderation Capella eine große neue Mechfabrik auf Irian zerstörte. Inzwischen hielt Stephan absichtlich militärische Hilfe von denen zurück, die er als seine Feinde ansah, was natürlich den Machtkampf zwischen Generalhauptmann und Parlament unweigerlich erneut in die politische, aber auch militärische Arena rückte.

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Bürgerkrieg

Die kurze Amtszeit von Marie Marik, die im Jahre 2873 Generalhauptmann wurde, bildete das Gerüst für die immer weiter zunehmende Zersplitterung innerhalb regionaler Gebiete. So selbstherrlich wie schon ihr Großvater Charles entfremdete sie die Herzogtümer Andurien und Orloff zunehmend, indem sie Militäreinheiten aus diesen Gebieten befahl, in den späten 2870ern eroberte lyransiche Welten zu verteidigen. Trotz Marie's besten Bemühungen schafften es die Lyraner, nach heftigen Gefechten diese Welten wieder zurückzuerobern – natürlich erlitten die Einheiten von Orloff und Andurien dabei schwerste Verluste. Diese Verluste entfachten erneut den Widerstand unter vielen regionalen Anführern gegen den Generalhauptmann, da sie nichts weiter wollten als ihre eigenen Gebiete zu verteidigen.

Zehn Jahre später ermöglichte es der Aufstieg von Elisabeth Marik in das Amt des Generalhauptmanns den regionalen Anführern, ihre lang ersehnte Macht über ihre regionalen Militäreinheiten deutlich zu machen. Sie war seit ihrem achtzehnten Lebensjahr ein ComStar-Acolyte und hatte daher nur geringe Erfahrung in der Kriegsführung, war allerdings geschickt in politischen Verhandlungen. Die frühen Jahre ihrer Amtszeit verbrachte sie damit, bessere Beziehungen zum Parlament aufzubauen, da sie überzeugt war, dass sich die Liga Freier Welten eine Spaltung der beiden wichtigsten Institutionen nicht leisten konnte. Anfangs zahlten sich ihre Bemühungen auch aus. Von den 2880ern bis zu den frühen Jahren des 30. Jahrhunderts genoss Elisabeth eine größere Popularität als beinahe jeder andere Generalhauptmann zuvor. Die guten Beziehungen zum Parlament ermöglichten es Elisabeth, einige riskante Operationen gegen die Konföderation Capella und das Lyranische Commonwealth zu unternehmen und sie umso erfolgreicher durchzuführen. Zwischen 2901 und 2910 unternahmen Militäreinheiten der Liga Freier Welten - darunter Einheiten aus Andurien, Orloff und dem Grenzprotektorat – einige wirklich beeindruckende Angriffe in die Tiefen der Konföderation Capella. Diese Überfälle brachten zwar keine Planeten, hielten die capellanischen Truppen aber weitgehend davon ab, eigene Angriffe gegen Planeten der Liga durchzuführen. Die Anführer der drei Provinzen unterstützten diese Operationen, machten sich zusammen mit einigen Parlamentsmitgliedern jedoch auch zunehmend Sogen darüber, dass die Abwesenheit dieser großen Truppenkontingente ihre Gebiete verwundbar machte. Diese besorgten Abgeordneten erschufen das Heimatverteidigungsgesetz, ein vage verfasstes Schriftstück mit potentiell explosivem Inhalt. Dieses Gesetz gab jeder Provinz, bei der das Parlament feststellte, dass sie sich „in unmittelbarer Gefahr eines Angriffs“ befindet, das Recht, bis zu 75% seiner eigenen Truppen als Garnisonstruppen zurückzuhalten.

Elisabeth Marik's eigene harmonische Beziehungen mit dem Parlament blendeten sie allerdings, so dass sie die möglichen Konsequenzen, die sich aus diesem Gesetzt ergeben konnten, nicht bemerkte. Tatsächlich setzte sie sich dafür sogar ein, da sie es nur für ein kleines Zugeständniss betrachtete. Später wurde dieses Heimatverteidigungsgesetz von allen Generalhauptmännern jedoch verflucht, da es sich als ein nahezu lähmendes Hindernis für ihre Autorität darstellte. In den folgenden Jahrzehnten benutzten regionale Anführer dieses Gesetzt oftmals dafür, um Generalhauptmänner zu behindern, mit deren Politik sie nicht übereinstimmten. Diese Balkanisierung des Militärs der Liga verhinderte größere militärische Erfolge während des nächsten Jahrhunderts, und machte sie zugleich oftmals verwundbar für ihre Feinde. Die schlimmsten Verluste ereigneten sich während der Amtszeit von Stephan Marik, in der die Welt Callison einem lyranischen Angriff zum Opfer fiel und die Konföderation Capella eine große neue Mechfabrik auf Irian zerstörte. Inzwischen hielt Stephan absichtlich militärische Hilfe von denen zurück, die er als seine Feinde ansah, was natürlich den Machtkampf zwischen Generalhauptmann und Parlament unweigerlich erneut in die politische, aber auch militärische Arena rückte.

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Die Andurien-Krise

Mit dem Ende des Vierten Nachfolgekrieges war Jonas Marik's politische Stellung soweit gesunken, dass Derrick Cameron-Jones, Parlamentsmitglied für die Prinzipalität Regulus, an einer Gesetzesvorlage arbeitete, die Janos aus seinem Amt entfernen sollte. Bevor er allerdings dieses Gesetz im Plenum vorbringen konnte, wurde er von anderen Ereignissen überrascht. Im September 3030, nur wenige Monate nach dem Ende des Vierten Nachfolgekrieges, sagte sich das Herzogtum Andurien von der Liga Freier Welten los. Zusammen mit dem Magistrat Canopus, einem an die Liga Freier Welten angrenzendem Peripheriestaat, begann das Herzogtum einen wilden Krieg gegen die Konföderation Capella. Diese drastischen Ereignisse sandten Schockwellen durch die gesamte Liga Freier Welten. Trotz all der inneren Streitigkeiten hatte bisher noch nie eine Provinz die Liga verlassen, ganz zu schweigen von einer Verbündung mit einer Fremden Macht und dem Beginn einer großen militärischen Kampagne. Da seine Opposition plötzlich unsicher wurde, brachte Janos das nervöse Parlament dazu, den Internen Notstandsakt von 3030 zu verabschieden, der die meisten kleinen Provinzen „für die Dauer der Krise“ ihre Unabhängigkeit nahm. Zwei der mächtigsten Regionen wurden davon allerdings von vornherein ausgeschlossen: das Herzogtum Oriente, weil sie dem Haus Marik schon lange treue Dienste geleistet hatte sowie die Prinzipalität Regulus, bei der man schlichtweg verhindern wollte, dass noch ein großer Teilstaat die Liga verlässt. Einige einzelne Planeten widersetzten sich diesem Gesetz und schlossen sich dem Beispiel Anduriens an, aber durch durch die gleichzeitige Verstärkung der zentralen Autorität blieb die Liga an sich intakt.

Weniger als einen Monat später erlitt Janos Marik einen lähmenden Schlaganfall. Sein designierter Nachfolger, diente Lichtjahre entfernt als Acolyte bei ComStar. In der Abwesenheit von Thomas stritten sich sein Bruder Duggan und sein Cousin Duncan um das Amt des Generalhauptmanns. Thomas wurde allerdings von Herzog Halas von Oriente über diesen sich anbahnenden Machtkampf informiert, weswegen er sofort in Richtung Heimat reiste, um seinen legitimen Anspruch auf das Amt anzumelden. Vier Jahre lang regierte Thomas das Reich im Namen seines Vaters, reparierte dabei die zerschlagenen Bindungen zum Parlament und festigte seine eigene Macht. Er unternahm keine größeren militärischen Schritte gegen Andurien, da er insgeheim hoffte, dass der Widerstand der Capellaner das Andurisch-Canopische Bündnis früher oder später zerschlagen würde. Capellanische Truppen schafften es 3035 tatsächlich, die andurischen Invasoren zu vertreiben, nur Wochen vor der wundersamen Heilung von Janos Marik. Allerdings sollte das Andurien-Drama noch lange nicht vorbei sein.

Am 1. Juni 3035 explodierte während einer Sitzung bezüglich der Strategie in der Andurien-Krise eine Bombe. Dieser Angriff schien alle in dem Raum bis auf Duncan Marik getötet zu haben, welcher zufälligerweise nur Minuten vor der Explosion aus dem Saal gerufen wurde. Der Generalhauptmann und seine beiden Söhne, Duggan und Thomas, waren unter den vermeintlich Toten. Duncan ernannt sich schnell selbst zum Generalhauptmann und erklärte Andurien den Krieg, da er Separatisten dieses abtrünnigen Reiches für diese widerliche Tat verantwortlich machte. Durch den generellen Aufschrei der Bevölkerung aufgrund der abscheulichen und feigen Akt des Terrorismus angefeuert, griffen loyale Truppen das rebellische Herzogtum an und errungen einige Erfolge. Als sie jedoch tiefer vorstießen, trafen sie auf erbitterten Widerstand. Im späten November 3036 war Duncan's Offensive letztendlich hoffnungslos festgefahren. Mit einem demoralisiertem Militär sowie einem verstörten Parlament am Rande des Zusammebruchs, musste sich die Liga Freier Welten ihrem schlimmsten Albtraum stellen: der totalen Auflösung.

Die Erlösung kam im frühen Dezember, als Thomas Marik auf Atreus eintraf und vor dem überraschten Parlament erschien. Er wurde von der Bombe, die seinen Vater und seinen Bruder tötete. nur lebensgefährlich verletzt. Er konnte durch die Hilfe von ComStar-Ärzten dem Tod von der Schippe springen und unterzog sich danach einer monatelangen Rehabilitation unter deren Aufsicht. Das Parlament war höchst erfreut über sein erscheinen, insbesondere die Parlamentsmitglieder, die vermuteten, dass Duncan Marik beim Bombenattentat seine Finger im Spiel gehabt hatte. Die Versammlung unterstützte mit ihrem gesamten Gewicht Thomas, so das sich Duncan einer stark schwindenden Autorität gegenüber sah. Der Liga blieb allerdings ein weiterer Bürgerkrieg erspart, da Duncan 3037 bei einem unglücklichen Angriff auf Xanthe III starb. Im selben Jahr machte das dankbare Parlament keine größeren Anstalten, Widerstand zu leisten, als der neue Generalhauptmann eine Ergänzung zur Verfassung durchsetzte. Dieses weit reichende Gesetz machte das Heimatverteidigungsgesetz unwirksam und gab dem Generalhauptmann praktisch Vetorecht für alle Gesetzesvorlagen, die im Parlament oder einer von einer Provinzregierung behandelt wurden.

Mit beinahe absoluter politischer und militärischer Macht ausgestattet, führte Thomas Marik die Liga Freier Welten 3040 zum endgültigen Sieg über Andurien. Die Liga hatte damit ihre bis dahin größte Krise überstanden – das Resultat war natürlich ein stark verändertes Reich. Während der nächsten beiden Jahrzehnte verwandelten die Änderungen von Thomas Marik die Liga von einem Staat mit vielen unterschiedlichen Fraktionen und potentiellen Feinden in ein wirklich vereinigtes Reich mit einer soliden Wirtschaft und einem eindrucksvollen Militär.

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Fortsetung folgt