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Freie Republik Rasalhaag


Viele Leute glauben fälschlicherweise, das die Geschichte des freien Rasalhaag erst 3034 mit der Abspaltung der Freien Republik Rasalhaag begann. Fakt ist aber, dass die Republik ein hart erkämpftes Erbe der Prinzipalität Rasalhaag ist, die in den ersten siebzig Jahren ihrer Existenz unabhängig war. Nominell wurde die Prinzipalität im frühen vierundzwanzigsten Jahrhundert vom expandieren Draconis Kombinat erobert, blieb allerdings für die nächsten zwei Jahrhunderte eine autonome Region innerhalb dieses Reiches. Seine Menschen haben dieses stolze Erbe der Freiheit niemals vergessen, und sie kämpften endlose Generationen darum, sie wieder zu erlangen.

Der Planet Rasalhaag, Herz von dem, was die Rasalhaagsche Nation werden sollte, war eine obskure und unbevölkerte, abgelegene Welt am Rande des erforschten Teils des Weltalls, als die ersten Siedler im Jahr 2260 erreichten. Kinder des sogenannten Exodus vor den politischen Tumulten auf Terra, waren die ursprünglichen Siedler Rasalhaags meist ehemalige Einwohner der skandinavischen Staaten, die durch die Nachwehen des Zweiten Russischen Bürgerkrieg in den Bankrott getrieben wurden: Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden. Die Kiefernwälder und die kalten blauen Fjorde Rasalhaags erinnerten die ersten Siedler an ihre Heimat, und die Entfernung zur Bürokratie Terra’s versprach den Freieden, nach dem sich die Siedler sehnten. Sie landeten und bauten eine blühende Gesellschaft auf, und erweiterten ihr Reich schon bald auf acht umliegende Systeme.

Dreißig Jahre nach der ersten Besiedlung formten die Bürger aller neun Planeten das Rasalhaag Konsortium, einer gemeinsamen Regierung, die aus den herrschenden Varldherre („Welt-herr“) und verschiedenen mächtigen Familien bestand. Die Mitglieder des Konsortiums stimmten schnell darüber ein, das sie einen Herrscher brauchten, der über allem regiert. Die kleine Nation wechselte ihren Namen zur Prinzipalität Rasalhaag, wählte ihren Gewählten Prinz aus und wandte sich wieder zu ihrer Hauptinteresse zu – der Weiterentwicklung ihrer Welten und dem Wohlstand der Bürger. Die Affären der anderen Mächte der Inneren Sphäre waren für die Rasalhaager nicht viel mehr als Hintergrundrauschen, für das sich diese enge, insulare Siedlergemeinschaft nicht weiter interessierte.

Isolationistische politische Linien und politische Neutralität erwiesen sich jedoch als unfähig, die Freiheit der Prinzipalität zu bewahren. Im Jahr 2330, wandte sich Shiro Kurita des Draconis Kombinats bei der suche nach neuen Eroberungen Rasalhaag zu. Shiro machte das beste aus seinen begrenzten militärischen Ressourcen, indem er eine „Springbock-Kampagne“ startete, bei der er in einer zufälligen Art von Welt zu Welt sprang. Diese Taktik half dabei, die minimalen Verteidiger Rasalhaags zu binden und nebenbei die Nachschublinien des Kombinats verwaltbar zu machen. Sowie sie eine Welt kontrollierten hinterließen sie Besatzungstruppen und große Nachschublager, so das die eroberten Planeten als Stützpunkt für einen folgenden Angriff dienen konnten.

Beinahe vier Jahre funktionierte diese Taktik problemlos. Die minimalen Streitkräfte der Prinzipalität konnten mit den Invasoren einfach nicht mithalten, hauptsächlich weil sie nicht wussten, wo sie als nächstes zuschlagen würden. Dann fällte Shiro Kurita eine Entscheidung, die sich als sehr kostspielig erweisen sollte. Gegen Ende des Jahres 2333 befahl er seinen Truppen, Rasalhaag selbst zu übergehen um stattdessen das nahe New Bergen anzugreifen. Er wusste, das er auf der Hauptwelt auf wilden Widerstand treffen würde, und so entschloss er sich, seine Umklammerung erst zu verstärken, bevor er sich dem zuwendet. Die Eroberer von New Bergen hinterließen eine kleine Garnison und ein großes Nachschublager. Während sich die übrigen Truppen auf die folgende Invasion von Outpost vorbereiteten, machten die Verteidiger der Prinzipalität ihren Zug. Große Mengen an Truppen landeten auf New Bergen und mit Hilfe eines extra zuvor angezettelten zivilen Aufstands gelang es den Truppen der Prinzipalität, die Verteidiger der Garnison bis auf den letztem Mann zu überwältigen. Danach übernahmen sie das Nachschubdepot und verteilten dessen tödlichen Güter an die Militäreinheiten und Guerillatruppen im gesamten Gebiet der Prinzipalität.

Durch den Sieg von New Bergen waren sie besser ausgerüstet und motiviertet als zuvor, und so fochten die regulären und irregulären Truppen Rasalhaags für die nächsten dreißig Jahre einen intensiven Guerillakrieg. Der offizielle Kriegsherr von Rasalhaag, ernannt wenige Wochen nachdem Shiro Kurita diese Welt erobert hatte, hatte nur über wenig mehr Macht als den Namen; sogar die erfahrenen Einheiten des Kombinats waren nicht in der Lage, die Kontrolle außerhalb einiger Städte auf mehreren Planeten der Prinzipalität zu wahren. Im Jahr 23367 beendete Koordinator Shiro Kurita diesen Konflikt mit einer für Kurita typische Aktion, um das Gesicht zu wahren. Er erklärte dir Prinzipalität für Erobert und zog den Großteil der Truppen ab, nur die Truppen blieben zurück, die den Kriegsherren vor den Zorn der Eroberten bewahren sollte.

Für die nächsten anderthalb Jahrhunderten blieb die Prinzipalität Rasalhaag größtenteils unabhängig von der Autorität des Draconis Kombinats. Die wenige Kontrolle, die das Kombinat hatte, war auf Rasalhaag, Hauptwelt des umbenannten Militärdistrikts Rasalhaag. Ein brutaler, fehlgeschlagener Versuch im Jahr 2375, um den Kriegsherren Vladimir Kurita loszuwerden, endete beinahe im Tod seiner gesamten Familie, nur sein ältester Sohn Jason überlebte. Er wurde hastig als neuer Militärgouverneur von Rasalhaag eingesetzt und begann eine brutale und blutige Unterdrückungsphase der Prinzipalität. Die Prinzipalität wurde wohl nur dadurch vor einem vernichtenden und aussichtslosen Krieg bewahrt, indem zeitgleich Daniel Sorenson, ein Neffe von Jason Kurita und Sohn des ehemaligen Gewählten Prinzen, aufstieg.

Jason unterstützte Nihongi von Rohr bei einem Putsch um den Thron des Kombinats, worauf Daniel und einige andere Kurita-Loyalisten revoltierten, welches Jason die Unterstützung von Koordinator Nihongi und letztendlich auch das Leben kostete. Da Jason tot war, übernahm Daniel Sorenson die Macht. Daniel Sorenson widmete seine lange Regierungszeit dazu, die Interessen der Bevölkerung der Prinzipalität zu beschützen und der Herrschaft der Von Rohrs gegenüberstehen. Die Nachfolger von Daniel behielten es bei, regionale Interessen über die ihrer Nation zu stellen und die die natürlichen Rechte soweit es ihnen möglich war, zu beschützen. Mit der Zeit wurde dieser Separatismus de facto zu einer Unabhängigkeit., bei der die Lords von Rasalhaag zunehmend wie souveräne Staatsoberhäupter behandelt wurden. Die Opposition des Sorenson-Clans gegenüber der Dynastie der Von Rohrs sollte sich später aber als ihr Untergang beweisen. In den frühen Jahren des 26. Jahrhunderts unterstellte Lord Blaine Sorenson die Truppen der Prinzipalität Martin McAllister, seinem Schwiegersohn und einem legitimen Nachfahren der Kurita-Linie. McAllister setzte Kruger Von Rohrs ab und wurde 2510 Koordinator. Einige Tage später trat Lord Blaine Sorenson formell dem Draconis Kombinat bei, inklusive dem Rest der Prinzipalität, und erhielt so den Titel des Herzogs von Rasalhaag. Die Regierungszeit von Martin McAllister erwies sich allerdings als sehr kurz, allerdings übernahm sein halb-Rasalhaagische Tochter Siriwan die Macht und erwies sich als mehr als nur gleichwertige Herrscherin. Siriwan regierte das Kombinat insgesamt drei mal, erst als der Erbe ihres Vaters und zweimal als Regent zwischen 2515 und 2607. Während diesen Jahren genossen die Bürger von Rasalhaag mehr Freiheiten und Frieden seit sie 2330 jemals genossen hatten – oder in den nächsten 400 Jahren erleben sollten.

Der Feind im Inneren

Das Glück des Militärdistrikts nahm unter der Herrschaft von Urizen Kurita II, der 2620 den Thron bestieg, eine abrupte Wende zum schlechteren. Urizen’s Vorgänger hatte mit der Konstruktion der neuen Hauptstadt des Kombinats auf dem Planet Luthien begonnen, und es fiel nun Urizen II zu, dieses ambitionierte Projekt zu beenden. Er tauchte vollkommen in die Architektur und die Geschichte des mittelalterlichen Japans für Inspirationen für die neue Imperiale Hauptstadt ein, und begann eine zunehmende Faszination für jeden Aspekt des Lebens in dieser antiken Periode. Schon bald sah er in der Kultur, den Sitten und der sprache des Alten Japan die ideale Blaupause für das Draconis Kombinat. Bewaffnet mit seiner eigenen Überzeugung und der schon vorhandenen Bindung des Kombinats an Japan, versuchte Urizen II eine absolute kulturelle Gleichheit zu errichten. Rasalhaag – wessen Leute und Bräuche alles andere als asiatisch, geschweige denn japanisch, waren – sah sich schnell als der Hauptfeind im Krieg des Koordinators gegen Verschiedenartigkeit.

Angegriffen, gewaltsam annektiert und in einen viele Generationen andauernden Guerilliakrieg mit den Möchtegern-Eroberern gezwungen, hatten die Leute von Rasalhaag jeden Grund, sich abgetrennt und feindlich gegenüber dem Rest des Kombinats zu fühlen. Jahrzehnte von de facto Unabhängigkeit unter der Familie der Sorensons hatte ihr Gefühl bezüglich dieser Abspaltung nur verstärkt. Als Urizen II dann versuchte, jegliche nicht-Japanische Kultur aus dem Kombinat zu entfernen, leisteten die Rasalhaager natürlich Widerstand. Sie missachteten regelmässig die Gesetzte bezüglich der rein-japanischen Sprache, kämpften darum, ihre eigene Geschichte in den örtlichen Schulen zu unterrichten und gaben generell ihre örtlichen Traditionen und Bräuche nicht auf. Je härter der Koordinator gegen diese „kulturelle Unreinheit“ vorging, desto härter kämpften die Rasaalhager um ihre eigene Identität. Egal welche Strafen ihnen auferlegt wurden, die Rasalhaager weigerten sich stets, nachzugeben. Dieser weitverbreite Widerstand gegen kulturellen Imperialismus verwandelte sich nach und Nach in eine Kampagne für politische Freiheit, und davon in eine Unabhängigkeitsbewegung. Die sogenannte Tyr-Widerstandsbewegung überlebt und wuchs während der langen Jahrhunderte des Tumults, der sie Innere Sphäre erschütterte – der Vereinigungskrieg, der Fall des Sternenbundes und die bitterlich geführten Nachfolgekriege. Allerdings sollte die Tyr erst nach dem vierten und letzten dieser Konflikte langsam zum Erfolg kommen.

Ringen um Freiheit

Der Vierte Nachfolgekrieg, der 3028 mit massiven Angriffen auf die Konföderation Capella begann, brachte neue Hoffnung für die Freiheitskämpfer. Während sich die Truppen der Vereinigten Sonnen auf die Grenze der Konföderation Capella konzentrierten, kümmerten sich die Lyraner um die Kurita- Grenze. Der Militärdistrikt Rasalhaag war schon immer ein Brutkasten für Unruhen gegen Haus Kurita, und so war es das ideale Ziel für die Lyraner. Im Jahr 3029 trafen sich offizielle Vertreter der Lyranischen Regierung mit Vertretern der Tyr-Widerstandsbewegung auf der Lyranischen Welt Tamar. Sie boten den Rebellen ihre Unterstützung an, wenn diese sie im Gegenzug gegen die Truppen des Kombinats in der Region helfen würden. Als Beweis ihrer ehrenwerten Absichten präsentierten die Lyraner das Tyr-Regiment, eine BattleMech-Einheit, die zwar von den Lyranischen Commonwealth Streitkräften trainiert wurde, dessen Personal allerdings aus Exil-Rasalhaagern bestand. Die Anführer der Widerstandsbewegung nahmen diesen Handel an; während des nächsten Jahres lieferten sie wertvolle Informationen über Truppenbewegungen und unternahmen Kommandooperationen tief im Kombinatsraum. Als der Krieg 3030 endete, glaubten viele Rasalhaager, das die Unabhängigkeit nicht mehr weit entfernt sein.

Ihre Hoffnungen wurden vom Herzog von Tamar allerdings schnell niedergeschlagen, als er seine eigenen Verwalter schickte, anstatt die Verwaltung der eroberten Welten in die Hände der Tyr zu legen. Verärgert durch diesen scheinbaren Betrug, zündete die Widerstandsbewegung etliche Regierungsgebäude zu Beginn des Jahres 3031. Archon Katrina Steiner schritt augenblicklich ein um die Situation zu verstehen, aber das Vertrauen beider Seiten hatte bereits unheilbare Risse erlitten. Als schließlich sogar das Kombinat einige Jahre später die Unabhängigkeit Rasalhaags unterstützte, hatte der Archon keine Wahl, als auch diesem Weg zu folgen.

Im Jahr 3034, vierhundertvierzehn Jahre nachdem Urizen Kurita II seine Regierungszeit begonnen hatte, sahen die Freiheitskämpfer endlich ihren Traum verwirklicht. Theodore Kurita, seines Zeichens Gunji-no-Kanrei des Draconis Kombinats, erkannte die Freie Republik Rasalhaag, ein souveräner Staat mit einem Großteil der Gebiete der alten Prinzipalität Rasalhaag, offiziell an. Im Austausch gegen diese Geste erhielt das Kombinat zwei dringend benötigte Sachen : einige Mechs des Sternenbundes, um das Militär gegen zukünftige militärische Aggressionen der Vereinigte Sonnen zu schützen; und einen Pufferstaat zwischen dem Draconis Kombinat und dem Lyransichen Commonwealth. Durch die Zusicherung der Unabhängigkeit musste sich das Kombinat außerdem weit weniger um Separatisten kümmern und verkleinerte den Bereich für eine mögliche Invasion, während es dem Reich eine Sammlung von turbulenten Systemen mit fremder Kultur kostete.

Jubel erklang über den gesamten Rasalhaag-Raum, von den Hallen der Regierungsgebäude in der Innenstadt von Reykjavik bis hin zu den äußeren Siedlungen auf Holmsbu. Nahezu siebenhundert Jahren nach der Invasion Shiro-Kurita’s waren die Welten Rasalhaags wieder frei und konnten ihr eigenes Schicksal planen. Die Kriegsherren der Distrikte Pesht und Dieron, beides prominente Militärdistrikte, weigerten sich dem Dektret des Koordinator zu beugen und schworen, die Freie Republik Rasalhaag zurückzuerobern. Innerhalb von Wochen starteten sie massive Angriffe auf die neugeborene Nation. Es folgten weitere Invasoren des Kombinats – allerdings nicht um zu erobern, sondern um den Willen des Koordinators durchzusetzen. Theodore Kurita handelte im Namen des Koordinators Takashi, als er die rebellienrenden Truppen zu Ronin machte – herrenlosen Kriegern. Zusammen mit der KungsArmé schlugen die Truppen Theodore’s einige harte Schlachten zwischen April 3034 und Dezember 3035. Als alle Ronin entweder Tod oder in Gewahrsam waren, zogen sich die Truppen des Kombinats friedvoll zurück. Nun konnte die Freie Republik Rasalhaag endlich so leben, wie es der Name versprach.

Ankunft der Clans

Die Freie Republik Rasalhaag sollte diesen Triumph aber nicht lange genießen können. Weniger als 20 jahre nach der Unabhängigkeit war beinahe die gesamte Freie Republik Rasalhaag einem feindlichen Invasor zum Opfer gefallen – nicht dem Draconis Kombinat oder einer anderen Macht der Inneren Sphäre, sondern einem Feind aus den Tiefen der Peripherie. Im Jahr 3049 erreichten die Clans die Innere Sphäre und begannen ihren vernichtenden Eroberungsfeldzug, den sie schon in der Peripherie begonnen hatten. Zu Beginn des Jahres 3050 traf die erste Welle von Clan Wolf und Clan Geisterbär die äußeren Welten der Freien Republik Rasalhaag. Zwischen März und Oktober dieses Jahres eroberten diese beiden mächtigen Clans 50 Welten der Freien Republik Rasalhaag. Für viele Bürger war der Verlust von Rasalhaag selbst der schwerste Schlag, welche von Clan Wolf nach heftigen Gefechten erobert wurde.

Der Gewählte Prinz Haakon Magnusson floh vor den Invasoren, um die Regierung an einem anderen Ort im Raum der FRR zu etablieren. Seine winzige Flotte floh zu Radstadt, ohne zu wissen, dass sich diese Welt auch schon im Besitz des Clan Wolf befand. Magnusson entkam der Gefangennahme durch eine Flottes des Clan Wolf dadurch, dass eine Pilotin der KungsArmé einen Selbstmordangriff auf das Flaggschiff des Clans flog – was der Pilotin Tyra Miraborg auch innerhalb der Clans großen Respekt einbrachte. Dieser Angriff tötete den ilKhan, den obersten Anführer der Truppen der Clans. In der folgenden Ruhepause, später das Jahr des Friedens genannt, kehrten die Kommandeure der Clan-Truppen zu ihren Heimatwelten zurück, um einen neuen ilKhan zu wählen. Währenddessen versammelten sich die Anführer der Staaten der Inneren Sphäre auf der söldnerwelt Outreach bei einem historischem Gipfel. Obwohl sie nur mit großer Mühe ihre historischen Differenzen beiseite legen konnten, schafften es die Oberhäupter, einen gemeinsamen Plan zu ihrer Verteidigung auszuarbeiten. Dieses Ereignis ermöglichte einige beeindruckende Siege gegen die Clans, am erwähnenswertesten ist hier der Erfolg gegen Clan Nebelparder und Clan Novakatze auf Luthien, der Hauptwelt des Kombinats. Obwohl es damals niemand bemerkt hat, sollte dieses Treffen den Grundstein für spätere, engere Allianzen werden.

Im November 3051 kehrten die Clans mit einem neuen ilKhan, Ulric Kerensky, in die Innere Sphäre zurück. Die Toumans von Clan Wolf und Clan Geisterbär setzten ihre Wellen fort und eroberten noch mehr Welten der Freien Republik Rasalhaag. Der größte Verlust traf die Republik auf Satalice, wo sie nicht nur einen Planeten, sondern auch ihren Thronerben verlor. Ragnar Magnusson, Sohn des Gewählten Prinzen, kommandierte eine Kompanie der 3. Drakons als die Angriffstruppen von Clan Wolf landeten. Die 13. Wolfsgarde verfolgte die Truppen von Prinz Ragnar in die arktischen Blue Lava Field, wo er dann von Sternkommander Phelan – selbst ein ehemaliger Leibeigener, Sohn des berühmten Söldnerkommandeurs Morgan Kell – im Zweikampf besiegt wurde. Die Neuigkeit über die Gefangennahme des Prinzen war ein weiterer vernichtender Schlag für die Menschen der Freien Republik Rasalhaag. Wie es allerdings schon ihre vorfahren gemacht haben, kämpften sie weiter. Die, die konnten, flohen zu noch nicht besetzten Planeten. Andere blieben, um die Besatzer zu bekämpfen, oder halfen dabei, die zerstörten Welten so gut wie möglich wieder aufzubauen. Beide Clans waren aber weise genug, die Menschen bei ihren Bemühungen zu unterstützen, wodurch sie ein gewisses Grad an Vertrauen gewannen. Der Widerstand allerdings blieb, und hielt die Garnisonen der Clans in Bewegung.

Tukayyid

Bis zum April 3052 hatte die Freie Republik Rasalhaag 21 weitere Planeten verloren. Es verblieben nur magere sieben Planeten – Orestes, Al Hillah, Grumium, Dehgolan, Karbala, Ueda und Tukayyid – alle beschützt durch Einheiten der ComGuards. Die Schlacht um Tukayyid sollte später als Wendepunkt des Clankrieges in die Geschichte eingehen.

Am 17. Januar 3052 wurde ComStar zum ersten mal das wahre Ziel der Clans bewusst: Terra, Heimatwelt der Menschheit und Ursprung des Sternenbundes, den sie wieder errichten wollen. Terra war außerdem der Hauptsitz von ComStar. Das Wissen darüber, was die Clans wirklich vorhatten, ließ Primus Myndo Waterly ihre Einstellung zu den Clans abrupt ändern – zuerst haben sie ihnen geholfen, aber jetzt wurden sie zum Gegner. Sie befahl dem Präzentor Martialum einen Weg zu finden, die Clans von Terra fern zu halten. Nachdem er die Situation studiert hatte, beschloss er den Clans eine entscheidende Schalcht auf einer entfernten Welt anzubieten – eine Welt, die er sich aussuchen würde, um den ComGuards jeglichen Vorteil in Sachen Gelände und Wetter zu verschaffen. Die Wahl fiel auf Tukayyid, eine unterentwickelte Agrarwelt mit geringer Bevölkerung, was zusätzliche Verluste gering halten sollte. Dann forderte der Präzentor Martialum ilKhan Ulric Kerensky und die anderen Invasionsclans zu der entscheidenden Schlacht auf Tukayyid heraus. Wenn die Clans gewinnen würden, sollte Terra dem Clan gehören, der seine Ziele auf Tukayyid als erster erreicht. Wenn sie aber verlieren sollten, müssen sie ihre Invasion für 15 Jahre stoppen.

Durch die Aussicht geblendet, alles in nur einem Handschlag zu gewinnen, nahmen die Clans die Herausforderung an. Während des Monats Mai bekämpften die Clans alle sieben Invasionsclans in einem brutalen, titanischem Blutbad. Die ComGuard gingen siegreich hervor, und so musste der ilKhan den Vertrag von Tukayyid unterzeichnen. Dieses Dokument gab der Inneren Sphäre eine dringend benötigte Verschnaufpause zum Wiederaufbau und Neugruppierung sowie zur Verringerung des technologischen Vorsprungs der Clans.

Das Ende vom Anfang

Als die Clan-Invasion zu einem vorläufigen Halt gekommen war, begann der klägliche Rest der Freien Republik Rasalhaag – wie die anderen betroffenen Nationen der Inneren Sphäre auch - mit besten Kräften den Wiederaufbau. Prinz Haakon Magnusson nahm 3058 an der Whitting-Konferenz auf Tharkad teil und brachte so den Beitrag seiner kleinen Nation an der Wiedergeburt des Sternenbundes. Die Einheiten der Freien Republik Rasalhaag nahmen an der folgenden Operation zur Auslöschung der Nebelparder teil; die 3. Drakons halfen dabei, die Parder aus der Inneren Sphäre zu vertreiben, während die 4. Drakons beim Angriff auf die Heimatwelt der Nebelparder teilnahm. Die größte Leistung zur Beendigung des Clankrieges waren allerdings die sieben Jahre des Friedens, die durch Tukayyid ermöglicht wurden. In der kurzen Zeit zwischen 3053 und 3059, als die Truppen des neuen Sternenbundes einen Angriff auf die Besatzungszone des Clan Nebelparder starteten, war die Technologie auf dem Schlachtfeld inzwischen so weit fortgeschritten, das sie sich beinahe gleich gut ausgestattet gegenüberstanden. Heftige Kämpfe innerhalb der Clans verhinderte zusätzlich die Wiederaufnahme der Invasion, insbesondere bei den Jadefalken. Aber ohne die Hilfe dieser einen unbedeutenden Welt der Freien Republik Rasalhaag hätten auch diese Rivalitäten innerhalb der Clans niemals ausgereicht, die Innere Sphäre zu retten.

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